Spediteure sehen sich mit schwankenden Dieselpreisen, einer steigenden Nachfrage der Verbraucher nach nachhaltigen Produkten und immer näher rückenden Nachhaltigkeitsfristen konfrontiert. Dies hat die Suche nach zuverlässigen Alternativen zum herkömmlichen Diesel beflügelt. Die Herausforderung? Einen Kraftstoff zu finden, der entlang Ihrer Route leicht verfügbar, mit den Fahrzeugen der Spediteure kompatibel und kostengünstig ist.
Erdgas bietet eine überzeugende Lösung und stellt einen praktischen und effektiven Weg zu größerer Kostenstabilität und reduzierten Emissionen dar. Er ist in verschiedenen Formen erhältlich – darunter komprimiertes Erdgas (CNG), Flüssigerdgas (LNG) und erneuerbares Erdgas (RNG) – und stellt im Vergleich zu Diesel eine vielseitige Option dar. Dieser Artikel beleuchtet die wesentlichen Vorteile von Erdgas, seine praktischen Anwendungsmöglichkeiten und wichtige Überlegungen zur Bewertung von Erdgasangeboten in Ihrer nächsten RFP, um eine widerstandsfähigere Strategie für Ihr Transportnetzwerk zu entwickeln.
Wichtige Erkenntnisse
Erdgas ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter komprimiertes Erdgas (CNG), Flüssigerdgas (LNG) und erneuerbares Erdgas (RNG), die jeweils für unterschiedliche Anwendungen geeignet sind.
Im Vergleich zur Preisvolatilität von Kraftstoffen auf Erdölbasis bietet Erdgas eine größere Kostenstabilität, was die Budgetplanung vorhersehbarer macht.
Erdgas bietet erhebliche Vorteile bei der Emissionsreduzierung, wobei RNG die Emissionen je nach Ausgangsmaterial um 75–143 % senkt.
Zwar bestehen Herausforderungen wie Infrastruktur- und Ausrüstungskosten, doch kann der strategische Einsatz auf bestimmten Strecken erhebliche Kosten- und Nachhaltigkeitsvorteile bringen.
Erdgas vs. Diesel
Beim Vergleich von Erdgas mit Diesel liegen die Hauptunterschiede bei den Kosten und den Emissionen. Die Erdgaspreise sind im Allgemeinen stabiler und oft niedriger als die von Kraftstoffen auf Erdölbasis, was Spediteure und Transportunternehmen vor Marktschwankungen schützt. So sind beispielsweise die Erdgaspreise seit 2013 im Vergleich zu Diesel konstant stabil geblieben.

Aus ökologischer Sicht weisen Erdgasfahrzeuge geringere Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen (THG) auf. Dies gilt insbesondere für RNG, das aus organischen Abfällen gewonnen wird. Auf einer Strecke von Illinois nach Ohio im Juli 2025 führte dies beispielsweise zu einer Kostensenkung von 23 % und einem Rückgang der absoluten Emissionen um 44 % für die Sendung.
Diese Vorteile machen Erdgas und insbesondere RNG zu einer attraktiven Option für Unternehmen, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Herausforderungen angehen wollen. Durch den Einsatz dieser Energieform können Unternehmen erhebliche Kosteneinsparungen erzielen und gleichzeitig ihre Geschäftstätigkeit in einem sich rasch wandelnden Markt an Nachhaltigkeitszielen ausrichten.
Wichtige Formen von Erdgas als Kraftstoff und ihre Verwendungszwecke
Komprimiertes Erdgas (CNG), Flüssigerdgas (LNG) und erneuerbares Erdgas (RNG) weisen jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Anwendungsbereiche in verschiedenen Branchen auf. Das Verständnis der spezifischen Vorteile und Anwendungsfälle dieser Kraftstoffe ist entscheidend für die Optimierung von Kosteneinsparungen, die Reduzierung von Emissionen und das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen.
Komprimiertes Erdgas (CNG)
Komprimiertes Erdgas ist unter hohem Druck gespeichertes Erdgas, wodurch es für eine Vielzahl von Fahrzeugen geeignet ist. Es wird am häufigsten in Stadtbussen und leichten bis mittelschweren Fahrzeugflotten eingesetzt, die auf regionalen Strecken oder Rundfahrten verkehren. Zu den Vorteilen des CNG-Einsatzes zählen niedrigere Kraftstoffkosten im Vergleich zu Diesel sowie geringere Emissionen von Stickoxiden (NOx) und Feinstaub (PM).
Flüssigerdgas (LNG)
Flüssigerdgas entsteht durch die Kühlung von Erdgas in den flüssigen Zustand, wodurch sich seine Energiedichte erhöht. Dies macht LNG zu einem idealen Kraftstoff für den Schwerlast- und Fernverkehr, wo eine große Reichweite entscheidend ist. Zwar sind LNG-Tanks schwerer und benötigen mehr Platz als CNG-Systeme, doch ermöglichen sie es Lkw, zwischen den Tankstopps größere Entfernungen zurückzulegen.
Erneuerbares Erdgas (RNG)
Erneuerbares Erdgas ist ein Biogas, das aus erneuerbaren Rohstoffen – wie Deponien, landwirtschaftlichen Betrieben und Kläranlagen – gewonnen wird. Als kohlenstoffarmer Kraftstoff ermöglicht RNG den Spediteuren, bestehende Erdgasausrüstung zu nutzen und gleichzeitig Lebenszyklusemissionen nahe Null oder sogar negative Emissionen zu erreichen. Die Nutzung von RNG und CNG nimmt zu, da Spediteure nach kosteneffizienten Wegen suchen, um ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Vorteile von Erdgas für den Transport
Die Transportbranche befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt, an dem es wichtiger denn je ist, Betriebskosten und Nachhaltigkeitsziele in Einklang zu bringen. Durch den Einsatz von RNG, CNG und LNG können Unternehmen einen bedeutenden Schritt zur Erreichung ihrer Umweltziele machen, ohne dabei Kompromisse bei der Leistung oder den Budgetvorgaben eingehen zu müssen.
Kostenstabilität und Energiesicherheit
Erdgaspreise weisen historisch gesehen eine geringere Volatilität auf als Diesel, was für mehr Budget-Sicherheit sorgt. Diese Stabilität ist ein Hauptgrund dafür, dass Erdgas als einer der besten Kraftstoffe für den Verkehr gilt. Zwar kann RNG an der Tankstelle einen höheren Verkaufspreis haben, doch durch Partnerschaften kann es zu einer kostengünstigen Option werden.
Bei Einzelhandelspreisen liegt der Durchschnittspreis für RNG bei etwa 0,56 US-Dollar pro Meile.
Mit Vorzugspreisen durch Partnerschaften oder Programme wie die „Fuel Recovery“-Lösung von Breakthrough können diese Kosten auf etwa 0,37 US-Dollar pro Meile sinken.
Mehrjährige Lieferverträge zwischen Transportunternehmen und Kraftstoffanbietern bieten die größten Einsparungen bei etwa 0,32 US-Dollar pro Meile. Das Partnernetzwerk von Breakthrough kann diesen langfristigen Wert erschließen.
Sauberere Emissionen und Vorteile für die öffentliche Gesundheit
Erdgasmotoren produzieren deutlich weniger NOx-, PM- und Treibhausgasemissionen als ihre Dieselpendants. Dies verbessert nicht nur die lokale Luftqualität, sondern hilft Spediteuren auch dabei, ihre Emissionsreduktionsziele zu erreichen. Tatsächlich kann RNG je nach Quelle eine Emissionsreduktion von bis zu 143 % bewirken.
So erzielte beispielsweise ein Spediteur, der auf einer Strecke von Bedford Park, Illinois, nach West Jefferson, Ohio, von Diesel auf RNG umstieg:
Diese doppelten Vorteile verdeutlichen, wie RNG sowohl finanzielle als auch ökologische Vorteile bieten kann.
Inländische Kraftstoffversorgung und geringere Abhängigkeit vom Öl
Die Infrastruktur und Versorgung mit Erdgas sind in den Vereinigten Staaten bereits gut etabliert. Auf derselben Strecke von Bedford Park, Illinois, nach West Jefferson, Ohio, gibt es 18 CNG- und RNG-Tankstellen entlang der Route. Die Nutzung dieser heimischen Ressource verringert die Abhängigkeit des Landes von ausländischem Rohöl und verbessert die Energiesicherheit gegenüber geopolitischen Störungen, was die Stabilität der Lieferkette weiter stärkt.
Herausforderungen bei der breiten Einführung von Erdgas
Obwohl Erdgas viele Vorteile bietet, steht es bei der Einführung noch vor erheblichen Herausforderungen.
Einschränkungen der Tankinfrastruktur: Obwohl das Netz wächst, sind Erdgas-Tankstellen seltener als Diesel-Tankstellen. CNG- und RNG-Tankstellen für Schwerlastfahrzeuge sind jedoch mittlerweile entlang der wichtigsten Güterverkehrskorridore weit verbreitet.
Fahrzeugkompatibilität und Umrüstungskosten: Fuhrparks müssen in neue Erdgasfahrzeuge investieren oder bestehende Fahrzeuge mit speziellen Motoren und Speichersystemen nachrüsten, was Vorabinvestitionen erfordert.
Überlegungen zu den Lebenszyklusemissionen: Herkömmliches Erdgas ist zwar sauberer als Diesel, aber dennoch ein fossiler Brennstoff, der Treibhausgasemissionen verursacht. RNG verbessert dies erheblich, doch seine Einführung befindet sich noch in einem frühen Stadium.
Wann Erdgas für Spediteure sinnvoll ist
Erdgas ist besonders effektiv für Spediteure mit vorhersehbaren Routen und zentralisierten Betankungsmöglichkeiten. Bei der Erwägung einer Umstellung sollten Spediteure eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen, bei der die Vorabinvestitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur gegen die langfristigen Einsparungen durch niedrigere Kraftstoffkosten und die Nachhaltigkeitsvorteile durch reduzierte Emissionen abgewogen werden.
Die Rolle von Erdgas bei der Dekarbonisierung
Erdgas dient als wichtiger Übergangskraftstoff, der die Lücke zwischen den heutigen dieselabhängigen Verkehrsnetzen und einer emissionsfreien Zukunft überbrückt. Als ausgereifte und skalierbare Lösung ermöglicht Erdgas Spediteuren, sofortige Fortschritte bei der Erreichung ihrer Dekarbonisierungsziele zu erzielen, während sich andere Technologien wie batterieelektrische und Wasserstofffahrzeuge weiterentwickeln. Die wachsende Verfügbarkeit von RNG und unterstützende politische Anreize erweitern die Rolle von Erdgas beim Aufbau eines nachhaltigen Verkehrssystems.
Ausblick: Erdgas als führender alternativer Kraftstoff
Erdgas bleibt eine überzeugende Wahl unter den alternativen Energieoptionen für den Verkehr. Seine bewährten Vorteile wie Kostenstabilität, geringere Emissionen und eine sichere inländische Versorgung machen es für viele Spediteure zu einer praktischen Lösung. Zwar müssen Herausforderungen bei der Einführung angegangen werden, doch bieten die verschiedenen Formen von Erdgas – CNG, LNG und insbesondere RNG – Spediteuren einen klaren und umsetzbaren Weg, um Kosten und Emissionen bereits heute zu senken.
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Häufig gestellte Fragen zu Erdgas
Ist Erdgas ein alternativer Kraftstoff?
Ja, Erdgas gilt als alternativer Kraftstoff. Es ist eine sauberer verbrennende Option als herkömmliche Kraftstoffe auf Erdölbasis wie Diesel. Das US-Energieministerium stuft Erdgas sowohl in komprimierter (CNG) als auch in verflüssigter (LNG) Form offiziell als alternativen Kraftstoff ein. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Strategien zur Diversifizierung der Energiequellen und zur Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen.
Wie kommt Erdgas dem Verkehr zugute?
Erdgas bietet dem Verkehrssektor vor allem Vorteile durch Kosteneinsparungen, Emissionsminderungen und Energiesicherheit. Sein Preis ist in der Regel stabiler und niedriger als der von Diesel, was eine bessere Budgetplanbarkeit ermöglicht. Erdgasfahrzeuge produzieren weniger schädliche Schadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub, und erneuerbares Erdgas (RNG) kann die CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus auf nahezu null senken. Als im Inland reichlich vorhandene Ressource verringert es zudem die Abhängigkeit von ausländischem Öl.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen CNG, LNG und RNG?
CNG (Compressed Natural Gas) wird in Hochdrucktanks gespeichert und eignet sich am besten für mittelschwere Fahrzeuge auf regionalen Strecken. LNG (Liquefied Natural Gas) wird auf einen flüssigen Zustand abgekühlt, wodurch es dichter wird und sich besser für Langstrecken-Lkw mit hoher Nutzlast eignet, die eine größere Reichweite benötigen. RNG (Renewable Natural Gas) ist chemisch identisch mit herkömmlichem Erdgas, wird jedoch aus organischen Abfällen gewonnen, wodurch es einen deutlich geringeren CO₂-Fußabdruck aufweist.
Wie schneidet Erdgas im Vergleich zu Diesel bei Kosten und Emissionen ab?
Im Vergleich zu Diesel bietet Erdgas in der Regel niedrigere und stabilere Kraftstoffkosten, wodurch Flotten vor Preisschwankungen geschützt sind. Aus Emissionssicht verbrennt Erdgas sauberer und erzeugt weniger Stickoxide und Feinstaub. Zwar stößt herkömmliches Erdgas immer noch CO₂ aus, doch sind seine Lebenszyklusemissionen geringer als die von Diesel. Erneuerbares Erdgas (RNG) kann die Lebenszyklusemissionen um über 100 % reduzieren und bietet damit einen erheblichen Vorteil gegenüber Diesel.